Rechnungssoftware für Architekten: Warum sevDesk und Lexware nicht ausreichen
Wenn Architekten nach Rechnungssoftware suchen, landen sie oft bei den üblichen Verdächtigen: sevDesk, Lexware, Billomat oder FastBill. Diese Tools sind populär, günstig und einfach zu bedienen. Doch für Architekturbüros sind sie ein Problem – denn sie verstehen nichts von HOAI, Leistungsphasen oder anrechenbaren Kosten.
Das Ergebnis: Architekten jonglieren zwischen ihrer Rechnungssoftware, Excel-Tabellen für HOAI-Berechnungen und separaten Tools für die Projektverwaltung. Ein Flickenteppich, der Zeit kostet, Fehler produziert und am Ende Geld verbrennt.
In diesem Artikel zeigen wir, warum Standard-Rechnungssoftware für Architekten nicht funktioniert, welche Alternativen es gibt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Das Problem: Standard-Rechnungssoftware versteht keine HOAI
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) ist das zentrale Regelwerk für die Abrechnung von Planungsleistungen in Deutschland. Sie definiert:
- Neun Leistungsphasen mit festgelegten prozentualen Anteilen am Gesamthonorar
- Honorarzonen je nach Planungsanforderung (I bis V)
- Anrechenbare Kosten als Basis für die Honorarberechnung
- Besondere Leistungen, die zusätzlich vergütet werden können
Standard-Rechnungssoftware wie sevDesk oder Lexware kennt diese Konzepte nicht. Sie sind für den klassischen Handel oder Dienstleistungen konzipiert: Artikel verkaufen, Stundensätze abrechnen, fertig.
Was Standard-Rechnungssoftware kann
sevDesk, Lexware und Co. bieten:
- Einfache Rechnungserstellung mit Positionen und Beträgen
- Buchhaltungsfunktionen (EÜR, Umsatzsteuervoranmeldung)
- Kundenverwaltung und Mahnwesen
- Banksynchronisation und Zahlungsabgleich
- Angebots- und Auftragsmanagement
Für einen Freelancer, der Stunden abrechnet, oder einen Onlineshop reicht das vollkommen aus.
Was Standard-Rechnungssoftware nicht kann
Für Architekturbüros fehlt jedoch:
| Anforderung | sevDesk/Lexware | Branchensoftware |
|---|---|---|
| HOAI-Honorarrechner | ❌ Nicht vorhanden | ✅ Integriert |
| Leistungsphasen-Abrechnung | ❌ Nur manuelle Positionen | ✅ Automatisch |
| Anrechenbare Kosten (DIN 276) | ❌ Nicht unterstützt | ✅ Integriert |
| Projektzeiterfassung | ❌ Nicht projektbezogen | ✅ Mit LP-Zuordnung |
| Teilrechnungen nach Fortschritt | ❌ Nur manuelle Beträge | ✅ Basierend auf LP |
| Nachtragsmanagement | ❌ Keine Funktion | ✅ Mit Begründung |
| Projektcontrolling | ❌ Nicht vorhanden | ✅ In Echtzeit |
Der Alltag mit Standard-Rechnungssoftware: Ein Praxisbeispiel
Stellen Sie sich folgende Situation vor – so oder ähnlich erleben es viele Architekturbüros:
Das Projekt: Ein Wohnhaus mit anrechenbaren Kosten von 400.000 Euro, Honorarzone III, Leistungsphasen 1-5.
Die Aufgabe: Nach Abschluss der Entwurfsplanung (LPH 3) soll eine Teilrechnung gestellt werden.
Der Workflow mit sevDesk:
- Excel öffnen, HOAI-Tabelle suchen
- Anrechenbare Kosten eingeben, Honorarzone wählen
- Grundhonorar berechnen (laut HOAI-Tabelle ca. 42.000 Euro)
- Prozentsatz für LPH 1-3 berechnen (2% + 7% + 15% = 24%)
- Teilhonorar ausrechnen (ca. 10.100 Euro)
- Abzüglich bereits gestellter Rechnungen
- In sevDesk neue Rechnung anlegen
- Manuell Positionen eingeben: "Architektenleistungen gemäß HOAI, LPH 1-3..."
- Betrag eintragen, hoffen dass kein Rechenfehler passiert ist
- Rechnung versenden, Excel-Tabelle aktualisieren
Zeitaufwand: 30-45 Minuten pro Rechnung
Fehlerquellen:
- Falscher Prozentsatz gewählt
- Vorherige Rechnungen nicht korrekt berücksichtigt
- Excel-Tabelle und Rechnungssoftware nicht synchron
- Keine automatische Nachvollziehbarkeit
Der Workflow mit plansync:
- Projekt öffnen, auf "Rechnung erstellen" klicken
- Leistungsphasen auswählen, die abgerechnet werden sollen
- plansync berechnet automatisch das korrekte Honorar
- Vorherige Rechnungen werden automatisch berücksichtigt
- Rechnung generieren und versenden
Zeitaufwand: 5 Minuten
Die versteckten Kosten von Standard-Rechnungssoftware
Auf den ersten Blick erscheint Standard-Rechnungssoftware günstiger. Doch die Rechnung ist komplizierter – denn der Softwarepreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten:
Zeitaufwand für manuelle HOAI-Berechnungen
Bei 10 Rechnungen pro Monat à 30 Minuten Zusatzaufwand:
- 5 Stunden monatlicher Mehraufwand
- Bei einem internen Stundensatz von 60 Euro: 300 Euro "versteckte" Kosten
Fehlerkosten
Ein Rechenfehler bei der HOAI-Berechnung kann teuer werden:
- Zu niedrig abgerechnet: Verschenktes Honorar
- Zu hoch abgerechnet: Reklamationen, Vertrauensverlust, im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen
Fehlende Projekttransparenz
Ohne integriertes Projektcontrolling fehlt der Überblick:
- Welche Projekte sind profitabel?
- Wo wurde mehr Zeit investiert als kalkuliert?
- Welche Rechnungen sind überfällig?
Diese Informationen in Excel zusammenzutragen kostet zusätzliche Stunden – oder sie fehlen komplett, was zu Fehlentscheidungen führt.
Rechnungssoftware im Vergleich: Was Architekten wirklich brauchen
sevDesk
Stärken:
- Sehr einfache Bedienung
- Günstig (ab 9 €/Monat)
- Gute Buchhaltungsfunktionen
- Viele Integrationen (Banking, Steuerberater)
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Unterstützung
- Keine projektbezogene Zeiterfassung
- Kein Leistungsphasen-Konzept
- Kein Projektcontrolling
Fazit: Gut für Buchhaltung und einfache Rechnungen, aber für HOAI-Abrechnung ungeeignet.
Lexware
Stärken:
- Etablierter Anbieter mit langer Historie
- Umfangreiche Buchhaltungsfunktionen
- Desktop- und Cloud-Versionen verfügbar
- Guter Support
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Unterstützung
- Keine projektbezogene Arbeitsweise
- Für Architekten überdimensionierte Buchhaltungsfunktionen
- Wenig intuitiv in der Bedienung
Fazit: Solide Buchhaltungslösung, aber keine Unterstützung für branchenspezifische Anforderungen.
Billomat
Stärken:
- Moderne Cloud-Oberfläche
- Einfache Rechnungserstellung
- Automatisierungen möglich
- API für Integrationen
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Funktionen
- Keine Projektverwaltung
- Rein auf Rechnungsstellung fokussiert
- Kein Controlling
Fazit: Schlanke Rechnungssoftware für einfache Anwendungsfälle, nicht für Architekturbüros geeignet.
FastBill
Stärken:
- Übersichtliche Oberfläche
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Automatische Belegerkennung
- Integrierte Buchhaltung
Schwächen für Architekten:
- Keine HOAI-Integration
- Keine Leistungsphasen
- Keine projektbasierte Zeiterfassung
- Kein Controlling
Fazit: Praktisch für Freelancer und kleine Unternehmen, aber nicht für die Komplexität von Architekturprojekten ausgelegt.
plansync – die spezialisierte Alternative
Stärken:
- HOAI-Rechner integriert
- Automatische Leistungsphasen-Abrechnung
- Projektbezogene Zeiterfassung
- Echtzeit-Projektcontrolling
- Von der Kalkulation bis zur Rechnung durchgängig
- Speziell für kleine bis mittlere Architekturbüros entwickelt
- Intuitive Bedienung ohne Schulung
Schwächen:
- Nur Cloud-basiert
- Fokus auf Planungsbüros (nicht für andere Branchen geeignet)
Fazit: Die logische Wahl für Architekturbüros, die ihre HOAI-Abrechnung professionalisieren und Zeit sparen wollen.
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Jetzt Demo buchenVergleichstabelle: Standard vs. Branchensoftware
| Kriterium | sevDesk | Lexware | Billomat | plansync |
|---|---|---|---|---|
| HOAI-Rechner | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Leistungsphasen | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Anrechenbare Kosten | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Projektcontrolling | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
| Zeiterfassung | ⚠️ Basis | ⚠️ Basis | ❌ | ✅ Projektbezogen |
| Buchhaltung | ✅ Vollständig | ✅ Vollständig | ✅ Basis | ⚠️ Export |
| Einarbeitungszeit | Gering | Mittel | Gering | Gering |
| Für Architekten | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ |
Wann reicht Standard-Rechnungssoftware aus?
Fairerweise gibt es Situationen, in denen sevDesk oder Lexware ausreichen können:
Standard-Software kann funktionieren, wenn:
- Sie ausschließlich Pauschalhonorar vereinbaren (keine HOAI-Abrechnung)
- Sie nur wenige Projekte pro Jahr abrechnen
- Sie bereits einen externen HOAI-Rechner nutzen und den Medienbruch akzeptieren
- Ihre Projekte sehr standardisiert sind und immer gleich abgerechnet werden
- Sie einen Steuerberater haben, der die Buchhaltung komplett übernimmt
Spezialisierte Software ist notwendig, wenn:
- Sie regelmäßig nach HOAI abrechnen
- Sie Teilrechnungen nach Leistungsphasen stellen
- Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer Projekte im Blick behalten wollen
- Sie Zeiterfassung mit Projektbezug benötigen
- Sie mehr als 5 Projekte gleichzeitig verwalten
- Sie Nachträge dokumentieren und begründen müssen
Der Umstieg: Von sevDesk zu plansync
Viele Architekturbüros haben bereits eine Standard-Rechnungssoftware im Einsatz. Der Gedanke an einen Wechsel schreckt ab: Datenmigration, neue Einarbeitung, laufende Rechnungen...
So gelingt der Wechsel
Phase 1: Parallelbetrieb (1-2 Monate)
- plansync für neue Projekte nutzen
- Bestehende Projekte in der alten Software abschließen
- Team schrittweise einarbeiten
Phase 2: Vollständiger Umstieg
- Alle neuen Projekte in plansync anlegen
- Offene Projekte migrieren (plansync unterstützt beim Datenimport)
- Alte Software nur noch für Archivzugriff nutzen
Phase 3: Optimierung
- Controlling-Funktionen aktiv nutzen
- Zeiterfassung im Team etablieren
- Prozesse kontinuierlich verbessern
Was Sie mitnehmen können
- Kundenstammdaten lassen sich in der Regel exportieren (CSV)
- Projekthistorie kann dokumentiert und in plansync hinterlegt werden
- Offene Rechnungen werden in der neuen Software weitergeführt
Was Sie nicht brauchen
- Doppelte Datenpflege: Alle relevanten Informationen sind in plansync zentral verfügbar
- Komplizierte Einrichtung: plansync ist sofort einsatzbereit
Checkliste: Die richtige Rechnungssoftware für Ihr Architekturbüro
Nutzen Sie diese Checkliste, um die passende Software zu finden:
HOAI-Anforderungen:
- Unterstützt die Software HOAI 2021?
- Können Leistungsphasen einzeln abgerechnet werden?
- Werden anrechenbare Kosten nach DIN 276 unterstützt?
- Sind Honorarzonen und Umbauzuschläge konfigurierbar?
- Können Nachträge mit Begründung erfasst werden?
Projektverwaltung:
- Sind Projekte mit allen relevanten Daten anlegbar?
- Können mehrere Projekte gleichzeitig verwaltet werden?
- Gibt es eine Projektübersicht mit Statusanzeige?
- Ist eine Ressourcenplanung möglich?
Zeiterfassung:
- Können Zeiten auf Projekte gebucht werden?
- Ist eine Zuordnung zu Leistungsphasen möglich?
- Gibt es eine mobile Erfassung?
- Fließen Zeiten automatisch ins Controlling ein?
Controlling:
- Gibt es Soll-Ist-Vergleiche pro Projekt?
- Ist die Wirtschaftlichkeit pro Leistungsphase sichtbar?
- Gibt es Auswertungen über alle Projekte?
- Werden Prognosen und Forecasts unterstützt?
Usability und Support:
- Ist die Software intuitiv bedienbar?
- Gibt es einen deutschsprachigen Support?
- Ist die Einarbeitung ohne externe Schulung möglich?
- Gibt es regelmäßige Updates?
Fazit: Die richtige Software spart mehr als sie kostet
Standard-Rechnungssoftware wie sevDesk oder Lexware hat ihre Berechtigung – aber nicht für Architekturbüros. Die fehlende HOAI-Unterstützung führt zu manuellen Workarounds, die Zeit kosten und Fehler verursachen.
Eine spezialisierte Lösung wie plansync kostet auf den ersten Blick mehr, spart aber durch:
- Automatisierte HOAI-Berechnung statt Excel-Jonglage
- Durchgängige Prozesse von der Kalkulation bis zur Rechnung
- Projektcontrolling in Echtzeit statt nachträglicher Analyse
- Weniger Fehler durch integrierte Plausibilitätsprüfungen
Die Frage ist nicht, ob Sie sich eine professionelle Lösung leisten können – sondern ob Sie sich den Verzicht darauf leisten können.
Nächste Schritte
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